Zum Inhalt springen
© B2Wildlife [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]; montiert mit Illustration von Susanne Smajić

Kiefernforst

Heidekultivierung und Waldbau: 1843–1920

Durch die Aufteilung der Marken in Privateigentum trennten sich die Wege von Land- und Forstwirtschaft.

 

Die Privatisierung gab den einzelnen Grundeigentümern freie Hand bei der Bewirtschaftung ihres Landes. Wer über Kapital und entsprechendes Wissen verfügte, forstete die ehemaligen Heideflächen mit Kiefern auf. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet war Carl- Leopold Fürst zu Salm-Salm. Man wählte diese genügsame, schnellwachsende Nadelbaumart, weil der durch jahrhundertelangen Raubbau völlig ausgezehrte Heideboden für den forstlichen Anbau heimischer Laubbaumarten nicht mehr geeignet war. Außerdem versprach der große Holzbedarf der Montanindustrie im nahegelegenen Ruhrgebiet gute Absatzmöglichkeiten.


Kiefernholz war vor allem im Bergbau sehr geschätzt, weil das Holz schon mehrere Stunden knackt, bevor ein Stollen zusammenbricht. Über diese „Warnfähigkeit“ verfügt nur Kiefernholz. Um die jungen Kiefernforste vor dem Weidevieh zu schützen, wurden Erdwälle aufgeschüttet. Man begann außerdem ein dichtes Netz von Forstwegen und Entwässerungsgräben zu bauen.


Die Kultivierung der noch vorhandenen Heideflächen wurde vor allem aber durch die Einfuhr von Guano-Dünger (um 1860) und die Verbreitung von Kunstdünger (um 1890) vorangetrieben. Die Plaggendüngung war damit überflüssig geworden. In der Viehzucht kamen neue leistungsfähigere Rassen auf den Markt, wie zum Beispiel das Schwarzbunte Niederungsrind, das vor allem im Rheinland, aber auch im Raum Dingden weit verbreitet war.