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© blickwinkel / McPHOTO / W. Rolfes; montiert mit Illustration von Susanne Smajić

Heide

Entstehung der Heide: 1540–1843

Mit Beginn der Frühen Neuzeit zwang der starke Bevölkerungszuwachs und die damit verbundene Zunahme der Hofstellen dazu, die Nutzung der Marken in eigenen Markenordnungen zu regeln, um die weitere Waldverwüstung aufzuhalten.

 

Für das Gebiet der Dingdener Heide sind zum Beispiel die Markenordnungen der Fürstbischöfe zu Münster und der Fürstlich Salm-Salm´schen Grundherren überliefert. Waldweide und Streunutzung wurden darin zwar eingeschränkt, doch konnten auch die Markenordnungen nicht verhindern, dass die Gemarkung Dingden in den folgenden Jahrhunderten zu einer fast baum- und strauchlosen Heidelandschaft wurde. Vom ehemaligen Waldreichtum waren um 1800 nur noch kleine Bauernwäldchen übriggeblieben.

 

Das Wort „Heide“ wird schon 1536 urkundlich erwähnt.   

     

Aus benachbarten Ortschaften ist die Bezeichnung „Heideklopfer“ überliefert. Hierbei wird auf die Hacke angespielt, mit der die Bodenplaggen abgeschält wurden. Während im Wald die Schweinehude von großer Bedeutung war, konnten auf den futterarmen Heideflächen nur noch Schafe weiden. Sie lieferten neben Fleisch zwar auch Wolle, die zunächst auf den Höfen und später in den Spinnereien der weiteren Umgebung von Bocholt und Borken verarbeitet wurde.


Als Mitte des 19. Jahrhunderts Baumwolle und preiswerte australische Wolle auf den europäischen Markt kamen, wurde die Schafhaltung in der Dingdener Heide unrentabel. Erst als mit der Markenteilung zwischen 1810 und 1843 die bis dahin gemeinschaftlich genutzten Marken in Privateigentum aufgeteilt wurden, verbesserte sich die wirtschaftliche Lage allmählich wieder.