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© blickwinkel / G. Rentsch; montiert mit Illustration von Susanne Smajić

Hudewald

Waldmarken des Mittelalters: 1320–1540

Bis in die frühe Neuzeit hinein war der Wald die wichtigste Lebensgrundlage für Mensch und Vieh. Er lieferte Bauholz und Flechtmaterial für Häuser und Zäune, Brennholz zum Heizen, Wildbret, Beeren und Honig für die Küche und Dünger für den Acker. Vor allen Dingen aber war er Weideland für Rinder, Ziegen und Schweine.


Da die meisten Wälder Gemeinbesitz, sogenannte Marken, waren, konnte sich jeder Bauer das herausnehmen, was er für seinen Lebensunterhalt brauchte. Die hofnahen Waldflächen wurden dabei natürlich besonders stark beansprucht.


Bei der Streugewinnung, dem Plaggenhieb, wurden die obersten Bodenschichten abgehackt und dann als Einstreu für die Ställe verwendet. Mit Viehdung vermischt, ergab dies einen ausgezeichneten Dünger, der im Frühjahr auf dem Acker verteilt wurde. Dadurch entstanden im Laufe der Jahrhunderte sehr fruchtbare, uhrglasförmig aufgewölbte Äcker, sogenannte Plaggenesche, mit einer meterdicken Humusschicht, die heute noch im Gelände zu erkennen sind. Auf diesen Feldern wurde überwiegend Roggen, Buchweizen oder Hafer angebaut.


Um das überall umherstreifende Weidevieh fernzuhalten, mußten die Äcker mit Wallhecken oder groben Holzzäunen eingefriedet werden. Durch Holzeinschlag, Waldweide und Streunutzung wurde die Baumschicht der Wälder immer weiter aufgelichtet und ihr Boden immer weiter ausgehagert. Auf den Waldböden wuchsen bald nur noch genügsame Pflanzen wie Pfeifengras, Borstgras oder Heidekraut.